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Pressebericht zur Verkehrsberuhigung - Vorfahrt für Lebensqualität in Neubeuern

Initiative zur Verkehrsberuhigung

Freie Wähler Neubeuern diskutieren mit Bürgerinnen und Bürgern

 

Etwa 50 Interessierte folgten der Einladung der Freien Wähler Neubeuern

zu einem Infoabend mit dem Motto „Verkehrsberuhigung – Vorfahrt für Lebensqualität“ beim Dorfwirt Vornberger. Schon im Vorfeld der Veranstaltung fanden zahlreiche Gespräche mit Neubeurern statt, die insbesondere unter der Zunahme des Schwerlast- und Mautausweichverkehrs im Ortsgebiet leiden. Verkehrslärm, massive Erschütterungen, Abgase, Gebäudeschäden und Gefahren für Fußgänger und Radler sind die Schattenseiten des steigenden Verkehrsaufkommens.

 

Alois Holzmaier, Vorsitzender der Freien Wähler Neubeuern, hat sich auch in seiner Funktion als Gemeinderat intensiv diesem Thema und den Sorgen der Bürger gewidmet.

In seiner Präsentation beleuchtete er zahlreiche Problembereiche im Gemeindegebiet und

definierte die politischen Zielsetzungen in Form von Anträgen, die in den Gemeinderat eingebracht werden sollten:

 

• Verkehrsmessung und Abgasmessung an den neuralgischen Punkten,

um die Belastungen auch zahlenmäßig zu belegen

• LKW-Nachtfahrverbot nach dem Beispiel Raubling

• Forderung nach einer Ziel- und Quellverkehr Lösung nach österreichischem Vorbild

• Forcierung der Sanierung der Staatsstraße 2359

• Sicherer Fußgängerüberweg zwischen Neubeuern und Altenbeuern

• Kreisverkehr in Langweid (im Bereich untere Dorfstraße/Auerstraße)

 

Ein besonders belasteter Bereich ist die Staatsstraße 2359 zwischen Neubeuern und Altenbeuern. Hier sind die Anwohner in der sog. Färbergasse (nähe Pfarrerstadel) sowie die Anwohner der Dorfstraße in Altenbeuern bis Langweid besonders stark betroffen. Aber auch in der Rosenheimer Straße in Altenmarkt ist für die Anwohner die Belastungsgrenze erreicht.

Mit drastischen Schilderungen aus dem Publikum, insbesondere zum LKW-Verkehr, kam eine angeregte Diskussion zustande. So erklärte ein Anwohner der unteren Dorfstraße in Altenbeuern, dass man bereits einen gemeinschaftlichen Vorstoß unternommen habe, wenigstens die Sanierung des maroden Straßenbelags voranzutreiben. Vom

Staatl. Bauamt / Straßenbauamt in Rosenheim sei man lediglich unterrichtet worden, dass diese Straßensanierung in der Priorität 6 liege und man sich somit gut 10 Jahre bis zur Erneuerung gedulden müsse.

 

Besonders dramatisch stellt sich die Situation an der sog. Färbergasse (Staatsstraße Neubeurer Berg Richtung Nußdorf) dar. Durch die enge Fahrbahn kommen zwei größere Fahrzeuge nicht aneinander vorbei, sodass ein Fahrzeug ausweichen muss, was regelmäßig zu gefährlichen Verkehrssituationen führt. Es wurden Zweifel laut, ob dieser Zustand überhaupt im Einklang mit dem Straßenrecht stehe, und ob wegen dieser gefährlichen Engstelle eine Sperrung für LKW über 7,5 to die logische rechtliche Konsequenz wäre. Angemerkt wurde außerdem, dass der Pfarrerstadel, nicht zuletzt wegen der ständigen Erschütterungen durch den Schwerlastverkehr, in einem so baufälligen Zustand sei, dass Anwohner befürchten, dass es zu Teil-Einstürzen der Bausubstanz kommen könnte.

 

Zweifel wurden außerdem geäußert, ob sich Gefahrguttransporte an das Fahrverbot durch unser Wasserschutzgebiet halten würden. So berichten Anwohner, es seien regelmäßig in den frühen Morgenstunden LKW mit dem Zeichen für Gefahrgut Richtung Nußdorf unterwegs und es sei fraglich, ob hier überhaupt Kontrollen durchgeführt würden.

 

Grundsätzlich war man sich einig, dass für die betroffenen Anwohner die Schmerzgrenze erreicht sei und dass dringender Handlungsbedarf bestehe, die Verkehrsbelastung zu reduzieren. Beobachtungen von Anwohnern zufolge handelt es sich neben dem täglichen PKW- und dem sog. Mautausweichverkehr auch um Durchfahrten von lokalen und regionalen Speditionen, die zu Ihren Lade- und Lieferzielen anstatt über die Autobahn häufig durch die Wohngebiete fahren. Hier regten Diskussionsteilnehmer an, das Gespräch mit den betroffenen Unternehmen zu suchen, und auf diesem Weg Kompromisse zu verhandeln.

 

Die Rückmeldungen aus dem Publikum zeigten, wie brisant dieses Thema ist, das durch das Engagement der Freien Wähler Neubeuern mit Ihren Vorstand Alois Holzmaier nun ganz offiziell auf der Agenda der Gemeinde angekommen ist. Alois Holzmaier dankte dem Publikum für die engagierte Diskussion, stellte aber klar, dass es ein harter Kampf werden würde, bis hier deutliche Verbesserungen erzielt werden können.

 

- Ende –

 

Für Rückfragen steht Alois Holzmaier, Vorsitzender der Freien Wähler Neubeuern,

gerne zur Verfügung: Mail: alois.holzmaier@t-online.de

 

 

 

 


„Wohnraum für Generationen“ Infoabend der Freien Wähler Neubeuern am 26.4.2017 im Hofwirt

„Alt werden steht in Gottes Gunst, jung bleiben das ist Lebenskunst“. Mit diesem Sprichwort eröffnete der Vorsitzende der Freien Wähler Neubeuern, Alois Holzmaier, den Infoabend über barrierefreies und generationengerechtes Bauen. Auch Neubeuern verzeichnet steigende Preise für Grundstücke, Wohnungen und Häuser . Bezahlbarer Wohnraum ist Mangelware. Die Nachfrage übersteigt bei weitem das Angebot.

Die Architektin Christine Degenhart, FW-Bezirksrätin und Expertin für barrierefreies Bauen, stellte in ihrem Vortrag dar, wie der Wohnraum der Zukunft aussehen sollte. Sie zeigte ein Konzept für generationsgerechtes Bauen.

Flexibel, heterogen und barrierefrei, das sind ihre drei Postulate, die sie als Anforderungen an generationsgerechtes Bauen stellt.

Flexibel bedeutet, dass der Wohnraum so gestaltet wird, dass er jeder Lebensphase gerecht wird. Heterogen meint, dass möglichst viele unterschiedliche Gesellschaftsgruppen zusammenleben.

Die Barrierefreiheit soll dazu beitragen, ein soziales Miteinander der Generationen zu ermöglichen.

Ein wichtiger Punkt ist das Prinzip „innen vor außen“ und das ist auch im Baugesetzbuch verankert. Man möchte den Flächenverbrauch so weit wie möglich minimieren. Die Innenraumentwicklung steht vor der Außenraumentwicklung. Zu einer Innenraumentwicklung gehören beispielsweise die Brachflächennutzung, der Baulückenschluss, Bestandsaktivierung, Aufstockung und der Ersatzneubau.

„Das ist ein steiniger Weg, er stößt teilweise auf Widerstände und erfordert oft eine enge Zusammenarbeit mit dem Amt für Denkmalschutz. Aber es lohnt sich, denn eine solche Nachverdichtung generiert neuen Wohnraum“, so Christine Degenhart.

Der Gesetzgeber gibt von der Bundesebene aus vor, dass ein Bebauungsplan im Innenbereich im beschleunigten Verfahren aufgestellt werden kann, damit die Kommunen schneller agieren können.

Es geht auch darum, nicht nur den Bau von Einfamilienhäusern zu forcieren. Durch die Veränderung der Lebensgewohnheiten werden die Menschen immer mobiler und im Alter können viele nichts mit ihren großen Einfamilienhäusern anfangen. Es sollte künftig die Aufgabe der Kommunalpolitiker sein, die Bürger bei der Stellung von Bauanträgen darauf hinzuweisen, die Gebäude so zu planen, dass sie auch für andere Lebensphasen umgestaltet werden können.

Die Bauordnung gibt zwingend vor, dass bei einem neu zu errichtenden Gebäude mit mindestens zwei Wohneinheiten eine Ebene barrierefrei gebaut werden muss.

Zum barrierefreien Bauen gehören nicht nur Aufzug und Rampe, sondern beispielsweise auch eine sichtbare Markierung von Treppenstufen und beidseitige Handläufe. Ebenso ist es speziell für alte Menschen nötig, dass auch räumlich eine Pflege möglich ist, damit sie weiterhin in ihrem gewohnten Umfeld bleiben können.

Im Rahmen der Flüchtlingskrise ist ein kommunales Fördersofortprogramm der Bayer. Staatsregierung entstanden. Man möchte, dass die Kommunen für ihre Bürger noch mehr investieren. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Kommune im Besitz eines Grundstücks ist.  Bei allen Modellen, die über Spendengelder laufen, ist Barrierefreiheit verpflichtend. Auch private Investoren könnten sich hier einbringen.

Zum Ende ihres Vortrags zählte Christine Degenhart noch die  unterschiedlichen Wohnformen für die ältere Generation auf.

Die beste Wohnform ist nach wie vor das eigene Zuhause. Des Weiteren gibt es noch Wohngemeinschaften, ambulant betreute Wohngemeinschaften, das Mehrgenerationenhaus , die stationäre Unterbringung sowie die Tagesbetreuung bzw. –pflege.

Die Moderation der sich anschließenden Diskussion übernahm Sabine Poll-Plonus, die dem Vorstand der Freien Wähler in Neubeuern angehört.

Sie sprach den demographischen Wandel an, der auch vor Neubeuern nicht Halt macht. Die Bevölkerungsgruppe der unter 20-jährigen wird abnehmen, während die Bevölkerungsgruppe der über 65-jährigen zunimmt. Aus diesem Grund müssen auch die Kommunen darauf reagieren.

Alois Holzmaier erläuterte, dass beispielsweise in großen Einfamilienhäusern, die nur von einer älteren Person bewohnt werden, aber auch in landwirtschaftlichen Gebäuden, die nicht mehr genutzt werden, neue Wohneinheiten entstehen könnten, wo Jung und Alt miteinander leben könnten. „Es wäre wichtig“, stimmte Hans Schmid vom Vorstand der Freien Wähler zu, „durch Umwandlung und Erschließung dem Leerstand von Gebäuden entgegenzuwirken“.

Christina zur Hörst stellte in den Raum, dass die Arbeit der Seniorenbeauftragten eigentlich viel zu umfassend ist, um nur ehrenamtlich wahrgenommen zu werden. Es müsste dafür eine eigene Stelle geschaffen werden.

„Eine Umfrage im Rahmen des Seniorenpolitischen Konzepts für den Landkreis brachte das Ergebnis, dass die Mehrheit nicht ins Pflegeheim, sondern zuhause alt werden will“, so Silvia Stock, die Seniorenbeauftrage des Landkreises Rosenheim. Es gibt im Landratsamt Rosenheim Beratungsstellen und Ansprechpartner für die Anpassung von Wohnraum. Ebenso beim Diakonischen Werk und beim Sozialverband VdK.

Ein besonders geglücktes Beispiel für ein Miteinander in der Mitte des Ortes ist das Mehrgenerationenhaus in Flintsbach, das in Zusammenarbeit mit Kommune und Sozialträger entstanden ist.

Sabine Poll-Plonus beendete den Informations- und Diskussionsabend mit der Feststellung, dass er ein Anstoß sein soll, den Bürgern und den Kommunalpolitikern dieses Thema ins Bewusstsein zu bringen und eine Balance zwischen Jung und Alt zu finden.

Text: Edith Riedl